Diskursanalyse zu „Tierbildern“ (22.4.09)
In der zweiten Sitzung geht es sowohl um eine allgemeine Einführung in die Thematik des Seminars als auch darum, einen Blick auf die gesellschaftlich vorherrschenden Tierbilder und deren diskursive Produktion zu werfen. Von den Teilnehmer_innen werden zuerst -in Gruppenarbeit- kurze Texte der Tierausbeutenden Industrie gelesen und analysiert und anschließend werden Ergebnisse einer Diskursanalytisch ausgerichteten Arbeit zu diesem Thema von den Seminarleiter_innen vorgestellt.
Konstruktion und Ontologisierung des “Tieres“ (29.4.09)
Die dritte Sitzung schließt inhaltlich an die vorausgehende an. Die Analyse der sozialen Konstruktionen und Ontologisierungen von ‚Tieren‘ stehen im Mittelpunkt. Hierzu wird es ein Referat einer Teilnehmer_innengruppe geben. Im Fokus stehen die dualistischen Kategorien Mensch und ‚Tier‘ sowie die Praxen der Herstellung dieses binär gedachten Gegensatzpaares.
Tiere und Natur (Kritische Theorie) (6.5.09)
Die Kategorie Natur ist ein konstitutives Moment für das Mensch-Tier-Verhältnis. Kritische Theoretiker_innen – vor allem Horkheimer und Adorno – haben, als sie sich mit der Frage beschäftigten, warum es trotz der Konflikthaftigkeit des Kapitalismus nicht zur Revolution kommt, eine bestimmte Form der Vergesellschaftung von Natur problematisiert. Der zur ‚zweiten Natur’ gewordene „gesellschaftliche Verblendungszusammenhang“ würde ihrer Meinung nach, die Aufklärung über Aufklärung selbst verhindern. In dieser Sitzung gilt es, die Relevanz von ‚Natur’ im abendländischen Denken herauszuarbeiten.
Tiere und Natur (Postmoderne) (13.5.09)
Im poststrukturalistischen Denken ist weder ist Wissenschaft „objektiv“, noch Natur „einfach da“. Wir wollen uns in dieser Sitzung sowohl mit einer allgemeinen poststrukturalistischen Wissenschaftskritik als auch mit der Konstruiertheit von Natur beschäftigen. Es geht um Fragen was Natur ist, wie sie hergestellt wird und wie ein kritisches Verständnis von Natur aussehen könnte. Daraus lassen sich dann Ansätze für ein kritisches Mensch-Tier-Verhältnis ableiten.
Tierbilder im historischen Abriss (20.5.09)
Vor allem durch die zunehmende Säkularisierung und die zunehmende Bedeutung der Naturwissenschaft hat sich die Sichtweise der menschlichen auf die nichtmenschlichen historisch Tiere gewandelt. Welche unterschiedlichen Sichtweisen auf Tiere lassen sich in der Geschichte ausmachen? Welche Wandlungen lassen sich bis zur Gegenwart nachvollziehen?
Sprache (27.5.09)
Die Sprache mit der wir kommunizieren beeinflusst in vielfältiger Weise unsere Wahrnehmung und unser Handeln. Auch das Mensch-Tier-Verhältnis bleibt von ihren Auswirkungen nicht unberührt. So beschäftigen wir uns in dieser Sitzung mit den Fragen: Wie wird mit Sprache das gegenwärtige Mensch-Tier-Verhältnis reproduziert? Wo in unserem Alltag und in welcher Form finden sich das Verhältnis reproduzierende Äußerungen?
Wissenschaft (3.6.09)
In der Achten Sitzung schauen wir und die (Re)produktion speziesistischer Verhältnisse in/durch Wissenschaft an. Geeignetes Beispiel hierfür ist die Primatologie. Sie, jene Disziplin die sich mit Menschenäff_innen beschäftigt, dreht sich um vielmehr als die reine Beobachtung von Verhaltensweisen unserer ‚nächsten Verwandten im Tierreich‘. Aus den ‚Erkenntnissen‘ dieser Disziplin werden sowohl Schlüsse auf die ‚Ursprüngliche Natur des Menschen‘ gezogen als auch treffen mit ihr vielfältige rassistische, patriarchale und viele weitere Diskurse zusammen, an denen wir uns die Verflochtenheit vom Speziesismus mit anderen hegemonialen Diskursen und Denkschemata anschauen werden. Auch in der achten Sitzung wird es ein Referat einer Teilnehmer_innengruppe geben.
Raum (10.6.09)
Mit den vergangenen Sitzungen sollte deutlich geworden sein, dass das Verhältnis von Menschen und nichtmenschlichen Tieren nicht a priori gegeben ist, sondern produziert und reproduziert wird. Den bisherigen Dimensionen dieser Reproduktion wird eine räumliche hinzugefügt. Davon ausgehend, dass Raum ebenfalls sozial (mit)konstruiert wird, lässt sich fragen, welche materiellen und symbolischen Abdrücke des vorherrschenden Mensch-Tier-Verhältnisses (un)sichtbar werden und wie diese wiederum das Verhältnis strukturieren.
Unterschiede und Gemeinsamkeiten verschiedener Herrschaftsverhältnisse (17.6.09)
Das Verständnis einzelner Kategorien sowie ihrer (scheinbaren) Stabilität erfordert – ausgehend von der Annahme, dass diese Kategorien nicht separat nebeneinander existieren, sondern miteinander verwoben sind – ein Zusammendenken dieser. Feministische Denker_innen haben dies erkannt und ihre Forschung neben gender auch auf race und class gerichtet, was unter dem Begriff der Intersektionalität bearbeitet wird. Quer zu diesen Differenzkategorien liegen Kategorien wie ‚Natur’ und ‚Dualismen’, die erstere miteinander verbinden und dadurch strukturieren. In diesem Prozess der Verknüpfung werden aber wiederum auch ‚Natur’ und ‚Dualismen’ strukturiert.
Tierschutz (24.6.09)
Mit diesem Abschnitt soll herausgearbeitet werden, wodurch sich so genannte Tierschutzanliegen auszeichnen. Zu fragen ist, welche Aufgaben und Ziele Tierschutz verfolgt, welche Mittel zur Erreichung dieser angewendet werden sollen und welches Tierbild vorliegt.
Sitzung: Ethik und Moral (1.7.09)
Die Diskussion um Mensch-Tier-Verhältnisse spiegelt sich im normativen Sinne auch in der zeitgenössischen Ethik wieder. Darum möchten wir und in dieser Sitzung mit den Fragen beschäftigen: Was macht Ethik aus und welche unterschiedlichen Formen von Ethik gibt es? Wie unterscheidet sich eine „Tier-Ethik“ von anderen Arten der Ethik? Ist die Formulierung einer Ethik mit Gültigkeitsanspruch überhaupt wünschenswert oder ist Ideologiekritik das geeignetere Mittel zur Kritik und Veränderung herrschender Zustände? Kann es Ideologiekritik ohne ein ethisches Fundament geben?
Tierbefreiungsbewegung (8.7.09)
Die Verknüpfung von Herrschaftskritik mit dem Mensch-Tier-Verhältnis im Allgemeinen und der Forderung der Beendigung von Tierausbeutung im Besonderen kennzeichnet die Tierbefreiungsbewegung. Auch wenn die theoretischen Ansätze unterschiedlich sein mögen, so gibt es doch Gemeinsamkeiten, welche sich im zu kritisierenden Konstrukt des „Speziesismus“ und in der praktischen Umsetzung dieser Ansätze hin zu einer befreiten Gesellschaft erkennen lassen.